Eco Rating – Öko-Bewertungsschema für Smartphones ab Juni 2021

Eco Rating

Ob Herstellung, Transport, Reparaturfähigkeit, sowie Haltbarkeit und Ressourceneffizienz – welche Umweltauswirkungen Handy im Laufe ihres Lebenszyklus haben, wird sehr oft unterschätzt. Aus diesem Grund führen die fünf führenden Mobilfunkbetreiber Europas einen gemeinsames branchenweites Eco Rating ein. Das Eco Rating bewertet die Umweltauswirkungen eines Smartphones von der Produktion bis zur Entsorgung. Wie das funktioniert erfährst Du in diesem Blogbeitrag:

Was ist Eco Rating?

Eco Rating
Das Eco Rating Label.

Eco Rating bewertet in erster Linie die Umweltauswirkungen des gesamten Prozesses der Herstellung, des Transport, der Verwendung und der Entsorgung von Mobiltelefonen. Die Bewertung soll Kunden helfen, fundierte und nachhaltige Kaufentscheidungen zu treffen. Zudem sollen Lieferanten ermutigt werden, die Umweltbelastung ihrer Geräte zu verringern und die Branche darin ausrichten, die Transparenz zu verbessern und den ökologischen Fußabdruck zu verringern.

Beim Eco Rating werden die verschiedenen Umweltindikatoren und Materialeffizienzkriterien bewertet. Die Gesamtbewertung wird auf einer Skala von 1 bis 100 festgehalten. Je näher die Bewertung an 100 liegt, desto besser ist die Nachhaltigkeitsleistung des Geräts.

Eco Rating Wertung

Das Öko-Rating bewertet nach objektiven Aspekten den Lebenszyklus und die Kreislaufwirtschaftsindikatoren von Mobilfunkgeräten. Für maximale Umweltleistung bekommt ein Smartphone die Punktzahl 100 verliehen. Hier gilt je höher die Punktzahl, desto besser schneidet das Gerät ab. Das Eco Rating bietet für diese Bewertung Leitlinien in fünf Schlüsselbereichen:

  • Haltbarkeit: Umfasst Robustheit, Akkulebensdauer und Garantiezeitraum des Smartphones und dessen Bestandteile.
  • Reparaturfähigkeit: Umfasst bspw. das Design des Smartphones und die zusätzlichen Maßnahmen, durch die die Reparaturfähigkeit, Wiederverwendbarkeit und Aufrüstbarkeit des Geräts verbessert und so seine Nutzungsdauer verlängert werden kann.
  • Recyclingfähigkeit: Hier wird erfasst, wie einfach das Smartphone in seine Bestandteile zerlegt und die darin verwendeten Wertstoffe recycelt werden können.
  • Klimaeffizienz: Die Treibhausgasemissionen des Geräts werden üben den gesamten Lebenszyklus hinweg bewertet. Je höher die Punktzahl, desto geringer die Klimabelastung.
  • Ressourceneffizienz: Bewertet werden die Auswirkungen der im Gerät verbauten Mengen an knappen Rohstoffen (z.B. Seltene Erden oder Gold) auf die Erschöpfung der Ressourcen. Je höher die Punktzahl in dieser Kategorie, desto weniger wird die Verfügbarkeit knapper Rohstoffe durch das Gerät beeinträchtigt.
Eco Rating
Je näher an der 100, desto besser die Öko-Bilanz. Screenshot: Eco Rating

Das Eco Rating Label ist einfach zu erkennen und soll den Verbrauchern konsistente und genau Informationen liefern und dabei helfen, die nachhaltigsten Smartphones zu identifizieren und zu vergleichen. Hierbei kann jeder teilnehmende Mobilfunkbetreiber die Öko-Bewertung der Geräteinformationen an den Verkaufsstellen platzieren.

Die Eco Rating Methode

Zur Erstellung einer Öko-Bewertung werden Informationen vom Hersteller über die Smartphones verwendet. Das Eco Rating erfolgt durch die Kombination von insgesamt 13 Umweltindikatoren und 6 verschiedene Materialeffizienzkriterien. Die Indikatoren umfassen folgende Punkte:

  • Verwendbarkeit
  • Haltbarkeit
  • Reparaturfähigkeit
  • Recyclingfähigkeit
  • Rohstoffgewinnung
  • Geräteherstellung
  • Logistik
  • Verbrauchernutzung
  • Entsorgung am Lebensende

Die Bewertungsmethode baut auf Branchenkenntnissen und Verfahren auf, die innerhalb früherer Umweltkennzeichnunginitiativen gesammelt wurden.

Der Smartphone-Lebenszyklus in fünf Stufen:

  1. Rohstoffe/Material: Für die Herstellung von Smartphones und deren Komponenten werden die unterschiedlichsten Materialien und Rohstoffe benötigt, wie Gold, Lithium oder Silizium. Je mehr Smartphones recycelte Materialien verwenden und nicht weitere knappe natürliche Ressourcen, desto besser ist die Umweltbelastung und damit die Öko-Bilanz.
  2. Herstellung: Hier wird sich auf die Produktion des Smartphones und dessen Komponenten bezogen. Zudem wird bewertet wie die einzelnen Bestandteile zusammengebaut werden und schließlich das fertige Produkt zu erhalten. Zu den wichtigsten Komponenten eines Smartphones zählen die Leiterplatte, Akku, Display, Touchpanel, Antenne, Kamera und Abdeckung. Das Eco Rating überprüft in dieser Phase die Auswirkungen auf die Kohlenstoffemission, den Energieverbrauch und andere Umweltkategorien.
  3. Transport: Ist das Smartphone fertig zusammengebaut, wird es zu den Verkaufsstellen transportiert. In diesem Schritt werden die Entfernungen, die Transportmethode (Flugzeug, Zug etc.) und der CO2-Fußabdruck berücksichtigt.
  4. Gebrauchs- und Ersatzteile: Die Lebensdauer eines Smartphones hängt neben dem Energieverbrauch des Handys beim Laden, sowie der Haltbarkeit, Aufrüstbarkeit und Reparaturfähigkeit ab. Diese Faktoren fließen ebenfalls in das Eco Rating ein.
  5. Ende des Smartphone-Lebens: In der letzten Phase werden die Umweltauswirkung der Entsorgung des Smartphones untersucht. Zusätzlich wird bewertet, wie einfach es zu überholen ist oder seine Metalle und Kunststoffe recycelt werden können.
Eco Rating
Ziel von Eco Rating: Smartphones mit guter Klimabilanz. Bildquelle: Pexels

Wer steht hinter der Eco Rating Initiative?

Insgesamt fünf europäische Mobilfunkanbieter haben sich für die Eco Rating Initiative zusammengeschlossen, um das branchenübergreifende Kennzeichnungssystem zu entwickeln und einzuführen. Dazu gehören:

  • Deutsche Telekom
  • Vodafone
  • Orange
  • Telefónica
  • Telia Company

Die Teilnehme am Öko-Rating steht anderen Betreibern weiterhin offen. Auch eine große Anzahl an Smartphone-Herstellern hat sich der Initiative angeschlossen und ihre Unterstützung versichert. Alle bislang teilnehmenden Herstellern findest Du in dieser Liste:

In welchen EU-Ländern ist Eco Rating verfügbar?

Bislang soll Eco Rating in 24 EU-Staaten eingeführt werden. Diese Länder sind wie folgt:

  • Albanien
  • Dänemark
  • Deutschland
  • Estland
  • Finnland
  • Frankreich
  • Griechenland
  • Irland
  • Italien
  • Kroatien
  • Litauen
  • Nordmazedonien
  • Montenegro
  • Österreich
  • Polen
  • Portugal
  • Rumänien
  • Schweden
  • Slowakei
  • Spanien
  • Tschechische Republik
  • Türkei
  • Ungarn
  • Vereinigtes Königreich

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