fbpx

Hilfe, mein Handy ist nass geworden. Was nun?

Hilfe, mein Handy ist nass geworden. Was nun? 1

Wasser ist toll, Wasser ist Leben und bedeckt zu etwa zwei Dritteln die Oberfläche unserer Erde. Bruce Lee baute in sein weltbekanntes Zitat „Be water, my friend“ ebenfalls das nasse blaue Element ein, und trinkt man es an einem heißen Tag, dann stillt es am besten den Durst.

Doch das war mir egal, als mein ca. 1 Jahre altes Smartphone nass geworden war und nicht mehr anging. Denn für mein Smartphone war der Kontakt mit Wasser gleichbedeutend mit dessen Tod. Ciao … adios … goodbye, mein treuer Begleiter im Alltag (schnüff).

Dabei wünschte ich, ich hätte diesen Artikel gelesen, bevor ich so ziemlich alles falsch gemacht hatte, was man falsch machen kann, nachdem mein Xiaomi Mi 10 mit dem flüssigen Tod in Verbindung gekommen war. Doch fangen wir doch am besten mal genau damit an …

Dein Handy ist nass geworden? Das solltest Du auf keinen Fall tun!

In meinem Fall bin ich durch einen Regen gelaufen. Und tja, was sag ich … das war kein Regen, sondern ein Wolkenbruch, der meine kompletten Klamotten und meinen Rucksack innerhalb von 20 Sekunden so durchnässt hat, dass ich glaubte, ich wäre in den Edersee gesprungen. Zu Hause angekommen, holte ich mein Handy raus und machte folgende schwere Fehler:

  • Das Handy-Display war nass und ich tippte darauf rum.
  • Da das Handy nicht auf meine Eingaben reagierte, schloss ich das Ladekabel an.
  • Das Mi10 zeigte komische Farben und Artefakte auf dem Bildschirm an.
  • Als der Bildschirm grün wurde, startete ich das Handy einmal neu.
  • Danach blieb der Bildschirm nur noch schwarz.

Somit hatte ich also bestens dafür gesorgt, dass mein Smartphone jetzt so mausetot ist wie die Fußmatte meiner Nachbarn mit der Aufschrift „speak friend and enter“. Denn das Wasser hat in der Kombi mit dem Strom im Inneren meines Handys zu einem Kurzschluss geführt. Was ich dann getan habe, verrate ich Dir weiter unten …

Katze, die schreit oder gähnt
Die OhNoooo- Katze (Bildquelle: pixabay.com)

So, jetzt weißt Du also schon mal bestens, was Du auf keinen Fall tun solltest, wenn das Handy im Regen nass geworden oder – fast noch schlimmer – in die Kloschüssel geplumpst ist. Lass uns also mal dazu kommen, wie Du besser reagieren kannst.

Soforthilfe fürs nasse Smartphone: Das musst Du in jedem Fall sofort tun!

Sollte das Handy nass geworden oder in den Pool gefallen sein, dann führe sofort die folgenden Schritte durch:

  • Nimm Dein Smartphone so schnell wie es nur geht aus dem Wasser raus (oder stecke es im Regen sofort in eine Plastiktüte, damit es vor weiterem Wasser geschützt ist).
  • Schließe Dein Handy auf keinen Fall mit dem Ladekabel an den Strom an, denn dann sorgst Du für den superschnellen Exitus.
  • Schalte das Gerät sofort aus und entferne die Schutzhülle, den Akku (sofern möglich), die SIM-Karte und eventuelle Speicherkarten.
  • Lege das Handy und seine Komponenten auf trockene Tücher und tupfe das überschüssige Wasser ab.
  • Gehe zu einem Reparaturhändler Deines Vertrauens und lasse Dein Handy durchchecken.
  • Falls es gerade Wochenende ist und der Fachhändler geschlossen hat, dann wende folgenden Nottrick an: Für rund 48 Stunden solltest Du das Handy sicherheitshalber in einen luftdichten Beutel/Umschlag mit den kleinen Beutelchen, die oftmals in den Paketen mit Klamotten, Schuhen oder elektronischen Geräten liegen (Kieselgel oder auch Silicagel genannt).

Tipp: Wenn Du hin und wieder etwas bestellst, dann wirf die kleinen Silicagel-Päckchen nicht weg, sondern hebe sie auf. Dann bist Du für den Fall der Fälle bestens gerüstet.

Hilft Reis oder auch Salz, um das Handy zu trocknen?

Viele Ratgeber geben den Tipp, das Handy in eine Schüssel mit Reis oder auch Salz zu legen, um es zu trocken. Solltest Du die Silicagel-Päckchen nicht zur Hand haben, kann dies sicherlich eine Alternative sein. Nachteil: Es dauert deutlich länger als mit den Gel-Päckchen, das Gerät trocken zu bekommen.

Wieso man trotzdem mit seinem nassen iPhone oder Android Handy zum Fachmann gehen sollte

Zwar trocknen die Silica-Päckchen oder der Reis das Innere des Gerätes, doch die Salze an den Kontakten bleiben bestehen und können Schäden an der Elektronik verursachen. Zudem dauert es locker 48 bis 72 Stunden, ehe das Wasser verdunstet ist. Bis dahin kann aber schon eine Menge Schaden im Inneren entstanden sein.

Silicagel-Päckchen auf Tisch
So sehen die kleinen Silicalgel-Päckchen aus (Bildquelle: pixabay.com)

Never ever: Backofen oder Föhn

Lass die Finger davon, einen Föhn zum Trocknen zu verwenden oder das Handy gar in den Backofen zu legen. Was für die Haare oder eine Pizza gut ist, sorgt im Inneren Deines Smartphones in 90 % der Fälle zu einem Hitzeschock und sorgt nicht dafür, dass die Salze an den Kontakten beseitigt werden. Langzeitschäden sind also die Folge.

Shake it Baby: Auch das schnelle Drücken aller Knöpfe oder Schütteln Deines Handys, um das Wasser herauszubekommen, ist keine gute Idee. Denn dadurch verteilt sich das Wasser nur noch viel besser im Inneren und Du „flutest“ Dein Gerät also erst recht. Besser ganz ruhig verhalten und das Smartphone ruhig halten 😉

Wenn alles nix geholfen hat: Das wasserdichte Handy

Wenn Du die Nase voll hast und zukünftig Dein Handy besser gegen Wasser schützen möchtest, dann wähle es am besten anhand der IP-Schutzklasse aus. Wir haben in unserem Blog-Beitrag IP-Schutzart: Was bedeutet das? alle Infos für Dich zusammengefasst, damit Du genau weißt, welches Smartphone welchen Schutz bietet. So bedeutet IP68 beim iPhone 12 z. B. dass das Handy vor Staub und andauerndem Untertauchen in Wasser geschützt ist.

Zusammenfassung & Fazit: Wasser ist genial … aber eben nicht in Deinem Handy

Nochmal kurz auf den Punkt gebracht: Sollte Dein Handy nass geworden sein, dann stay cool und befolge die Kurzanleitung:

  • Gerät raus aus dem Wasser!
  • Handy ausschalten, Akku & Co. raus.
  • Einzelteile auf Tüchern trocknen.
  • Trockne es in einem Beutel mit Silicagel  mind. 48 Stunden.
  • Wende Dich an einen Reparaturexperten.
  • Finger weg: Föhn, Backofen oder pralle Sonne.

In meinem Fall konnte ich zumindest die SIM-Karte  retten und in ein niegelnagelneues Handy einbauen. Jetzt habe ich tatsächlich immer einen Plastikbeutel dabei, in den ich das Handy stecke. Und Wasser mag ich jetzt auch wieder richtig gerne 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.