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Selfscanning – Wenn das Smartphone im Supermarkt die Kasse ersetzt

Scan & Go Selfscanning

Unsere Gesellschaft befindet sich im digitalen Wandel und das so schnell wie nie zuvor. Die Veränderungen, die unsere Generation beobachten kann sind viel extremer als noch vor einigen Jahren. So sind die meisten von uns noch ohne Smartphone oder gar Handy aufgewachsen, dabei geht vieles ohne Smartphone heute gar nicht mehr. Gilt das ab sofort auch für das Einkaufen im Einzelhandel? Wir gehen unbedingt davon aus, gerade jetzt da Selfscanning immer öfter zum Einsatz kommt.

Es lässt sich bei uns in Deutschland vor allem seit Beginn der Corona-Pandemie beobachten, dass immer mehr Märkte das Scan & Go, also das Bezahlen ohne Mitarbeiter an digitalen Kassen, sogar mit dem Handy, anbieten. Das bringt Dir einiges an Vereinfachung und ein bisschen mehr Freiheiten im Alltag.

Wie funktioniert das Selfscanning?

Es gibt unterschiedliche Varianten des Selfscanning im Einzelhandel. Üblicherweise lädst Du Dir eine App des jeweiligen Ladengeschäfts auf Dein Smartphone, sodass Du Scan & Go mit Deinem Smartphone nutzen kannst. Du hast Dein Smartphone dann beim Schlendern und Auswählen der Produkte griffbereit und scannst die Produkte, die Du Dir in Deinen Einkaufswagen legst selbst. Du bekommst dann alle bereits eingescannten Waren, deren Preis und auch die Gesamtrechnung angezeigt. Bei vielen Anbietern läufst Du bei Verlassen des Supermarktes durch eine Schranke. Mit einem Barcode, den Du beim mobilen Zahlen erhalten hast, kannst Du Dich problemlos verifizieren. So funktioniert Scan & Go garantiert für Dich selbstständig ohne, dass Du auf einen Mitarbeiter angewiesen bist.

Wo geht was im Einzelhandel?

Vor allem bei REWE und Edeka in Hannover, aber auch bei tegut in Hessen gibt es immer mehr Angebote zum Selfscanning. In Fulda, Hessen zum Beispiel kann man dank dem Scan & Go in den kleineren “tegut teo” auch sonntags einkaufen. Mit der Bankkarte kommt man in aufgestellte Container und bezahlt durch Selfscanning und der tegut-teo-App.

Selfscanning im Einzelhandel wird immer populärer
Bild: pexels


Bei Penny und REWE beispielsweise wurden sogenannte Expresskassen aufgestellt, die auch ohne Smartphone funktionieren. Hier scannst Du am Ende Deines Einkaufs Deine ausgewählten Produkte selbst und bezahlst dann am Automaten. Es stehen aber immer noch Mitarbeiter bereit, die Dir zu Hilfe eilen und die neue Handhabung erklären.
Aktuell testet Aldi Süd das Selfscannig in der Schweiz. Auch dm, Thalia und IKEA sind am “Experimentieren” und suchen das einfachste und beste Konzept für ihre Kunden.

Bis Ende 2021 möchte REWE Scan & Go in über 150 Märkten, Penny und Edeka jeweils in über 100 Märkten, anbieten.

Vorbehalte und Vorteile

Wie gesagt: Wir finden Du hast durch Selfscanning viele Vorteile. Bedenken wurden laut, diese neue Zahlungsart im Einzelhandel gefährde Arbeitsplätze ganz klar nach der klassischen Sorge, die Maschine ersetze den Menschen. Aber sogar von Verdi, der Gewerkschaft die immer laut für Arbeitnehmerrechte ihrer Mitglieder einsteht, kommt die Entwarnung. Verdi rechnet gar nicht mit Entlassungen aufgrund der neuen Entwicklung – im Gegenteil. Seit der Corona-Pandemie sind die Mitarbeiter, vor allem in den Supermärkten, erheblich zusätzlich belastet.

Jeder kennt noch die Meldungen vom letzten Jahr 2020, wo viele Menschen in der Bevölkerung anfingen zu hamstern und die Arbeiter in den Märkten kamen mit dem Nachlegen der Ware gar nicht mehr hinterher. Selfscanning stellt hier eine krasse Entlastung dar. Generell hat die Pandemie dieser Entwicklung den Aufschwung gegeben: Anfangs bestand noch die, mittlerweile revidierte, Sorge, das Bargeld könne das Virus übertragen. So bestand ein großes Interesse, die Möglichkeiten des Scan & Go anbieten zu können.

Vorteile gibt es hingegen viele. Dein Smartphone rechnet für Dich vor dem Gang an die Kasse bereits den Gesamtbetrag der Rechnung aus. Das finden wir superpraktisch. Auch das Anstehen an der Kassenschlange gehört mit Selfscanning der Geschichte an und Du bist freier und unabhängiger beim Einkaufen. Es macht es außerdem immer mehr möglich, auch sonntags und nachts einzukaufen, wie man zum Beispiel bei tegut in Hessen beobachten kann.

Zur Geschichte: Der Einzelhandel vor 105 Jahren

Heute erleben wir also den rasanten Wandel zu Kassen im Einzelhandel mit Scan & Go anstatt Mitarbeitern, die unsere Waren scannen und anschließend das Geld kassieren. Dabei ist die Geburtsstunde des Selbstbedienungsladens an sich noch gar nicht lange her. In Memphis im US-Bundesstaat Tennessee öffnete am 6. September 1916 Clarence Saunders den ersten “Piggly Wiggly Store”. Komplett neu war, dass sich die Kunden nun ihre Artikel selbst aus den Regalen nehmen konnten um sie anschließend auf das Kassenband zu legen.

Davor musste man sich vom Verkäufer alles geben lassen. Dieser neue Vorgang revolutionierte den Einzelhandel in der westlichen Welt. Und jetzt, ziemlich genau 105 Jahre später ist ein neuer Entwicklungsschritt auch bei uns in Europa angekommen. Dabei wurde bereits 1965 in der Schweiz, in einer der Filialen von Migros, Selfscanning ausprobiert, soweit dies nach technischem Standard möglich war. Damals nannte man das “Selbsttipp-Kassen” denn die Kunden mussten ihre Preise selbst eintippen. Dies hat sich in den 70ern aber nicht durchsetzen können. Aber die Zeiten ändern sich.

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